Berufsbedingte Erkrankungen von Musikern

Berufsbedingte Erkrankungen von Musikern sind durch die spezifischen Gegebenheiten beim professionellen Musizieren mitbedingt. Über 80 % der gegenwärtig in Deutschland tätigen ca. 120.000 Berufsmusiker (Instrumentalisten im Orchester, Sänger, Lehrer außerhalb der allgemeinbildenden Schulen, freiberufliche Musiker, Musikstudierende) entwickeln im Laufe der Berufstätigkeit zumindest ein tätigkeitsbezogenes medizinisches Problem, das die musikalische Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Frauen in der dritten und vierten Lebensdekade und hohe Streichinstrumentalisten sind besonders häufig von Musikererkrankungen betroffen.

Zahlreiche Faktoren tragen zur Entstehung von Musikererkrankungen bei. Hierzu zählen v. a. die jahrzehntelange chronische Repetition hochkomplexer Bewegungsmuster am Instrument mit der ständigen Notwendigkeit eines technischen und künstlerischen Höchstleistungsniveaus, die z. T. körperlich belastende Bau- und Spielweise der Instrumente (z. B. hohe Streichinstrumente), das belastende Arbeitsumfeld gerade im Orchestergraben mit z. T. ungeeigneten Stühlen, räumlicher Enge, mangelhafter Beleuchtung und schädigenden Lautstärkepegeln sowie psychische Belastungen u. a. aufgrund eines erheblichen Leistungs- und Konkurrenzdrucks gerade im Orchester.

Das Spektrum berufsbedingter Musikererkrankungen ist äußerst breit und umfasst zahlreiche medizinische Fachgebiete.