Auftrittsangst

Extreme Ausprägungsformen des Lampenfiebers, das als spezifische Form der psychophysischen Erregung regelmäßig bei einem Exponieren vor Personen auftritt und nicht als pathologisch einzustufen ist, werden als Auftrittsangst bezeichnet. Dabei können Leistungen vor Publikum eingeschränkt, nur unter starker psychischer Beeinträchtigung (z. B. depressive Symptomatik lange vor/nach einem Auftritt) oder gar nicht mehr erbracht werden. Die Auftrittsangst manifestieren sich auf körperlicher- (z. B. Zittern der Hände, unkontrollierter Atem), kognitiver- (z. B. Katastrophisieren), emotionaler- (z. B. panische Angst) und Verhaltensebene (z. B. Vermeidungsverhalten).

Negative Auftrittserfahrungen, eine starke individuelle Ängstlichkeit, überhöhte Leistungsansprüche, eine hohe Erwartungshaltung und ein ausgeprägter Perfektionismus tragen zur Entstehung der Auftrittsangst bei.

Pathophysiologisch beruht die Auftrittsangst auf einer Aktivierung des vegetativen Nervensystems über Thalamus, Amygdala und Hypothalamus, sowie einer Aktivierung im Bereich höherer kortikaler Areale und des Hippocampus.

Die Behandlung der Auftrittsangst erfolgt multimodal und beinhaltet u. a. Psychotherapie (verhaltens- und psychoanalytische Ansätze), Bewegungs- und Entspannungstechniken,  mentales Auftrittstraining, Videofeedback und Probevorspiele. Vor Auftritten können zudem zur Minderung psychovegetativer Symptome Beta-Rezeptoren-Blocker und Tranquilizer hilfreich sein.