Schmerzsyndrome und Muskuloskeletale Erkrankungen

Lesen Sie hier mehr zu aktuellen Studien bei Musikerinnen und Musikern mit Schmerzsyndromen und muskuloskeletalen Beschwerden. Therapieangebote wie Osteopathie und Akupunktur werden bei bestimmten Beschwerden angeboten.

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Musikermedizinischer Behandlungs- und Beratungsbedarf in Berlin Brandenburg

Musikerspezifische Erkrankungen ziehen ein immer stärkeres Forschungsinteresse auf sich. Um den Beratungs- und Behandlungsbedarf von Musikern einzuschätzen, fehlen bisher aussagekräftige Studien. Unser Ziel ist es, im Rahmen einer Querschnittsstudie unter Verwendung qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden bestehende Behandlungskonzepte und Behandlungswege bei Musikern mit musikerspezifischen Problemen bzw. Erkrankungen, die das Musizieren beeinflussen, zu erfassen und wissenschaftlich zu evaluieren.
In der Studie soll mittels eines Fragebogens und eines Interviews erfasst werden, welche musikerspezifischen Probleme bei Musikern (Professionell und Amateur) aufgetreten sind, welche Therapieverfahren bei welchen Beschwerden in der bisherigen Behandlung empfohlen wurden, ob die Therapieanweisungen befolgt wurden, ob es Eigenbehandlungen gab, welche Fachärzte involviert waren, wie das Behandlungsergebnis war, ob sich die Musiker gut betreut fühlten, welche Verbesserungen im Behandlungsablauf aus Musikersicht wünschenswert wären und wie viele Tage der Arbeitsunfähigkeit es aufgrund musikerspezifischer Beschwerden gab.
Im Rahmen der Studie sollen insgesamt 50 Musiker/innen jeden Alters rekrutiert werden, die sich auf Grund von Beschwerden, die durch das Musizieren entstanden sind oder sich negativ auf das Musizieren auswirken, an das Netzwerk wenden.
Zielparameter sind die Prävalenzen musikermedizinischer Beschwerden, die bisherigen Behandlungswege, die verordneten Therapien, allgemeine gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-12), Musculoskeletal Pain Questionnaire for Musicians (MPQM), die Körper-Selbstwirksamkeit, Tage der Arbeitsunfähigkeit aufgrund musikerspezifischer Beschwerden sowie des Lebensstils. Es werden weiterhin die Tage und die Indikation der Einnahme von Medikamenten erfasst. Nach der quantitativen Erhebung erfolgt im Anschluss zusätzlich eine qualitative Erhebung (Interviews) zur Zufriedenheit mit der bisherigen Behandlung und zu möglichen Wünschen/ Verbesserungen in der Behandlung in der Zukunft.

Projektleitung: Prof. Dr. med. Alexander Schmidt
Projektdurchführung: cand.med. Ulrike Wiedersberg, Dr. med. Dipl.-Mus. Isabel Fernholz
Projektmitarbeit: Ulrike Stasun, Dr. med. Gabriele Rotter, Prof. Dr. med. Stefan N. Willich

Effekte von Osteopathie und Manuellen Therapiemethoden bei Musikern: Eine systematische Literaturübersicht

Im Rahmen einer systematischen Literaturübersicht wurde die vorhandene Literatur zur osteopathischen Therapie und ergänzend zu manuellen Therapiemethoden in der Behandlung erwachsener Musiker recherchiert.
Es wurde eine systematische Literatursuche in elektronischen medizinischen und osteopathischen Datenbanken, ergänzt durch eine Handrecherche durchgeführt. Interventionsstudien und Beobachtungsstudien zur Behandlung von erwachsenen professionellen und Amateur-Musikern mit spielbedingten muskuloskelettalen Beschwerden und funktionellen Einschränkungen mittels osteopathischer Therapie und manuellen Therapiemethoden wurden eingeschlossen. Die Qualität der identifizierten randomisierten kontrollierten Studien wurde bewertet. 

Projektleitung: Dr. med. Gabriele Rotter, MSc.
Projektdurchführung: Marie-Sophie von Bockum-Dolffs, MPH, MSc
Projektmitarbeit: Dr. med. Dipl.-Mus. Isabel Fernholz, Prof. Dr. med. Dipl. mus. Alexander Schmidt, PD Dr. med. Cornelia Weikert, Dr. med. Dr. sportwiss. Tobias Schmidt  

Wirksamkeit von Osteopathie bei professionellen Musikern (Geigern / Bratschisten) mit chronischem HWS-Syndrom – eine randomisierte kontrollierte explorative Studie

Im Rahmen einer zweiarmigen, randomisierten, kontrollierten Interventionsstudie (Osteopathie vs. Kontrollgruppe jeweils zusätzlich zur musikerspezifischen Beratung) soll die Wirksamkeit, Therapiesicherheit und Kosteneffektivität von osteopathischen Behandlungen auf die HWS-Schmerzen bei professionellen Orchestermusikern, Solisten oder Musikstudenten im Hauptfach (Instrument jeweils Geige und/ oder Bratsche) mit chronischem HWS(Halswirbelsäulen)-Syndrom evaluiert werden.
Die Interventionsgruppe erhält 5 osteopathische Behandlungen mit jeweiliger Interventionsdauer von ca. 45-60 Minuten im Abstand von etwa 2 Wochen zusätzlich zu einer spezifischen musikermedizinischen Beratung und einer Bedarfsmedikation mit Paracetamol 500 mg bis zu 4 mal täglich, die Vergleichsgruppe erhält eine musikermedizinische spezifische Beratung und Bedarfsmedikation mit Paracetamol 500 mg bis zu 4 mal täglich allein. Nach 12 Wochen können Patienten dieser Gruppe auch Osteopathie auf Wunsch erhalten.
Es wird eine Teilnehmerzahl von 100 professionellen Musiker (18-65 Jahre alt) mit chronischem HWS-Syndrom angestrebt.
Der primäre Zielparameter ist die Beurteilung des subjektiv empfundenen Schmerzes im HWS-Bereich auf einer visuellen Analogskala nach 12 Wochen. 

Projektleitung: Prof. Dr. med. Benno Brinkhaus
Projektdurchführung: Dr. med. Gabriele Rotter
Projektmitarbeit: Dr. med. Dipl.-Mus. Isabel Fernholz, Prof. Dr. med. Alexander Schmidt, Margit Cree